Samstag, 24. November 2007

Florida!

Letzten Donnerstag war Thanksgiving - in Amerika sehr wichtig und der Uni Iowa eine Woche Ferien wert! 3 Deutsche, 2 Holländer und 1 Schweizerin nutzten die Gelegenheit, einen anderen Teil der USA kennen zu lernen und noch ein bisschen Wärme zu tanken.


Vor unserem Abflug in Cedar Rapids. Der Flug nach Miami dauerte insgesamt 3h40min, Umsteigen in St.Louis (Missouri)

Die Jungs waren ganz aufgeregt, endlich nach Florida zu kommen... ;-)
Die beiden Holländer Jeroen und Jeroen in unserem Zimmer im South Beach Hostel in Miami.
5 Jungs in Miami: Jeroen, Jeroen, Sebastian, Steffen und Tymon
Downtown Miami
YEAH!
Hm, die Amis haben wohl Angst, jemand könnte ihr Hard Rock Café zerstören... echt unglaublich, was man so alles sieht!
... da ist gleich noch was! Hier sind wir unterwegs zum Everglades Nationalpark. Panther haben wir allerdings keine gesehen...

im Everglades Nationalpark
Wir hatten zuerst eine Tour in einem "Tram", fuhren nachher noch mit unserem gemieteten Auto herum. Wir sahen viele Vögel, aber auch...


...Alligatoren!
fantastisch!
sunset in Everglade City
Am Montag machten wir einen Boat Trip zu einer kleinen Insel. Wir verbrachten 2h auf dem Boot und 1h auf der Insel (aber sie war wirklich klein - und wir froh, dass nicht Hochsommer war: von den Mosquitostichen habe ich leider kein Foto...)

Palmen gab es massenhaft... :-)
Die Sicht war wunderschön! Im Hintergrund sieht man die skyline von Miami.
Nach einem ersten Strandbesuch im Key Biscayne Nationalpark genossen wir den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergangsgruppenfoto (cool, oder? Perfekter Selbstauslöser!)
Miami by night
Am Dienstag fuhren wir nach Key West, ca. 3h von Miami. Die berühmte Highway verbindet eine ganze Inselkette (die Keys) im Südwesten Floridas.
Allerdings muss man auf der Strasse aufpassen... Zuerst fiel er uns wegen der Warnblinker auf, kein Wunder. Aber als wir näher kamen: Tymon, gib Gas!! (Wir nahmen nicht an, dass der Typ 3 Hände hatte...)

Key West, vor unserem Hostel
Am Mittwoch machten wir einen Trip auf die Dry Tortugas (türkisfarbener Kreis), eine Insel 70 Meilen westlich von Key West (gelber Kreis). Wir waren erstaunt zu erfahren, dass wir näher an Kuba (roter Kreis Havanna, ca. 150km) als an Miami waren!! Den Amerikanern ist es allerdings strengstens verboten, nach Kuba zu reisen (10 Jahre Gefängnis etc)...

Ein Meer wie aus den Werbeprospekten, nicht? ;-)
Wir (hier Tymon) gingen schnorcheln und sahen Fische, Schildkröten, Korallenriffe,... unglaublich! Leider sah ich nur einen Bruchteil, da ich ziemlich erkältet war (I guess the airconditioners...) und zu wenig Kraft für langes Schnorcheln und Schwimmen hatte :-( (geh mal schnorcheln, wenn du Husten hast...) Nichtsdestotrotz wunderschön! Ich genoss v.a. auch die Sonne am Strand...

Vom Fort Jefferson aus (Eingang zum Golf von Mexico und historisch wichtig für die Amerikaner, weil sehr alt: anfangs 19.Jahrhundert gebaut...)
Wir hatten übrigens etwa 2.5h hierher und verbrachten etwa 4h auf Dry Tortugas. Es war sehr heiss, aber sehr windig (Erklärung für Schal siehe oben...). Die Rückfahrt dauerte mehr als 3h, weil wir "rough sea" hatten. Es wellte unglaublich und ich war froh, hatte ich eine Tablette gegen Seekrankheit geschluckt!


Hier mal was ganz anderes: Sebastian regte sich immer furchtbar auf, weil wir meistens nicht separat zahlen konnten. Das Dumme an amerikanischen bills: die Mehrwertsteuer ist nicht in den Preisen drin und bei mehr als 6 Leuten wird noch 18% Trinkgeld aufgelistet. (Auch sonst gibt man jeweils ca. 15%). Also jedes Mal eine furchtbare Rechnerei...


Ich besuchte (alleine - da für Business- und Ingenieurstudenten nicht so spannend...) das Hemingway House (Art Museum jetzt). Ernest Hemingway (berühmter amerikanischer Schriftsteller: For Whom the Bell Tolls, The Old Man and the Sea, The Sun also Rises,...) hat hier in den Dreissigerjahren gelebt. Eine Riesenvilla und sehr interessant!


Wenn Hemingway nicht gerade schrieb, verbrachte er viel Zeit im Sloppy Joe's... Auch wir wollten diese Bar unbedingt besuchen - es lohnte sich! Live Music und viele Fotos und "Requisiten" und Leute... Tymon, Sebastian, Steffen und ich konnten nur kurz bleiben: Die Jeroen's sind "underaged". In Amerika ist Alkohol erst ab 21 erlaubt - oft auch der Eintritt in Bars...

unser letzter Abend in Key West

Und, eifersüchtig!? ;-)
Sebastian und der Beginn der US-Highway 1
ein letztes Gruppenfoto beim südwestlichsten Punkt der USA, dann heissts wieder zurück nach Iowa...
...wo der Schnee schon auf uns wartet! Gestern noch 30 Grad Celsius, heute unter Null...

Sonntag, 11. November 2007

über Games und Weather

Und sonst...

Gestern war unser letztes Footballgame. Das allerletzte der Saison ist eigentlich nächsten Samstag, aber die meisten von uns sind dann nicht hier, sondern irgendwo weit weg in den Ferien (Thanksgiving, 1 Woche frei). In meinem Fall Florida...
Ich schweife ab. Football. Iowa gewann gegen Minnesota (nördlicher Nachbarstaat), juhui :-) GO HAWKS! Gestern konnten Verena und ich endlich auch den Song mitsingen, da wir am Abend vorher an einem Basketballspiel waren und geübt hatten:

The word is fight, fight, fight for Iowa, let every loyal Iowan sing; The word is fight, fight, fight for Iowa, until the walls and rafters ring. GO HAWKS! Come on and cheer, cheer, cheer for Iowa, come on and cheer until you hear the final gun. The word is fight, fight, fight for Iowa, until the game is won!

Das war noch lustig: das Basketballspiel war wie eine kleinere Ausgabe des Footballgames. Auch mit Musikern (weniger), Fanclub (leiser), Cheerleaders (schlechter) ;-) Dafür sah man die Gesichter und Körperform der Spieler. Der Sport an sich gefiel mir much better, auch dass es kürzer war... Aber sonst ist die Show der Footballgames natürlich unübertreffbar!
Ich trug: Top, Top, Langarmshirt, dünner Pulli, Hawkeye-Shirt, Faserpelzjacke, Snowboardjacke. Strumpfhose, Kniesocken, Jeans, Winterschuhe, Schal, Mütze, Handschuhe. (Ich habe in meinem Leben noch nie soviele Kleider aufsmal getragen!) Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass das Stadion open air ist, die Spiele jeweils mindestens 3h dauern und es inzwischen ziemlich winterlich kalt geworden ist... Ich war aber gut eingepackt und ertrug die ca. 4 Stunden stehend in der Kälte mehr oder weniger gut, d.h. dank der Touchdowns (= "goal") und des folgenden Herumspringens habe ich nur teilweise gefroren. Ausserdem schien die Sonne (was aber mehr blendete als wärmte).

Es ist nun am Morgen und Abend wenig oder nicht über dem Gefrierpunkt, und tagsüber kann es zum Teil noch 5-10 Grad Celsius werden. Allerdings windet es oft recht stark, was die gefühlte Temperatur grausam sinken lässt... Wenn ich mir vorstelle, dass es im Januar und Februar Bodenseegefrierwetter geben soll, brr! -10 bis -20 Grad Celsius. Am Freitag hat mir eine classmate erzählt, dass es letztes Jahr nicht so schlimm war. Im Februar sei es schon kalt gewesen, so um die Null Grad, aber nur einen Monat lang. Null Grad, ok, in Celsius ist das ja angenehm, aber in Fahrenheit... Null Grad Fahrenheit = -17.5 Grad Celsius, und das "nur einen Monat lang", welch milder Winter! Null Grad Celsius sind übrigens 32 Grad Fahrenheit, unsere Temperaturen also momentan in den thirties or forties, manchmal noch fifties.
Hm, das Wetter ist wohl überall auf dem Globus ein Thema, was?

Ich habe heute gelesen, dass es in den Alpen stark geschneit hat... (und ausgerechnet diesen Winter gibts für mich keine Pistenabfahrt?!)

Effigy Mounds & Mississippi River

Letzte Woche waren wir auf einem Trip in den Nordwesten Iowas: Effigy Mounds National Monument, "hoch" über dem Mississippi River.


Das war eigentlich erst nach dem Picnic und allem, aber ich wollte lieber das Gruppenfoto am Schluss. So dachte ich, ich platziere es einfach als erstes...
Wir waren 10 Leute in 2 gemieteten Autos und fuhren etwa 2.5 Stunden.

Wonderful! Mal wieder im Wald... fast wie wandern, nur war es amerikanisch kurz (ca. 1.5h)

MISSISSIPPI RIVER!

grossartiger Aussichtspunkt

...hands in the air...

Jeremy (Thailand), Wooyoung (Korea), Alberto (Spanien), Joo Yuen (Korea), ich, John (Korea), Guillaume (Frankreich), Jack (Korea), Marie (Frankreich), Olivier (Frankreich)



Es tut mir leid, wenn meine Formulierungen manchmal etwas komisch tönen. Es wird immer schwieriger, gutes Deutsch zu schreiben... Zum Teil fällt mir ein Ausdruck einfach nicht ein, z.B. "I put the picture", wie sagt man das?? Ich habe dann halt "platzieren" geschrieben (siehe erstes Bild), aber ich bin nicht so ganz zufrieden damit...
Was ich auch mal noch erwähnen wollte: einige internationale Studenten nehmen hier einen "anderen" Namen an. D.h. eigentlich nur Asiaten, v.a. Chinesen, aber auch Koreaner und andere. Ihre Namen sind für uns oft schwierig auszusprechen und zu merken. Jeremy heisst eigentlich Jirawat, Jack=Jae Kyu, John= Seok Jung. Bei ihnen weiss ich es jetzt langsam, (allerdings nur schriftlich), aber einige kenne ich nur mit amerikanischem Namen...

Montag, 5. November 2007

Amerikaner


Es Herbst geworden. Sehr lange war es noch warm und sonnig, aber jetzt verlieren die Bäume langsam die Blätter, der Wind kälter und stärker, die Kleider dicker...

Letzte Woche habe ich am Fluss noch ein bisschen Sonne genossen: Mit meinen beiden "buddies" Clara (Korean-American) und Ashley (American). Die "global buddies" sind vom Office for Study Abroad organisiert worden, damit wir Austauschstudenten etwas in Kontakt mit Amerikanern kommen. Was sonst nicht sehr einfach ist. Die Iowaner sind auf den ersten Eindruck sehr offen, freundlich und gesprächiger als die Schweizer, aber eben auch viel oberflächlicher... In der Schule (ja sie sagen school!) ist es allerdings etwas anders, da wird nicht oder kaum miteinander gesprochen. Während bei uns in der Schweiz die Professoren/Lehrer/Dozenten jeweils um Ruhe bitten müssen, kann man hier fast froh sein, wenn der/die Instructor die Stille durchbricht...


Es gibt hier noch so eine "Institution", die Internationale mit Einheimischen verbindet: Friends of International Students (FIS). Einige werden mit anderen Studenten "verbunden", andere mit einzelnen Erwachsenen, und ich gehöre zu den wenigen, die eine Familie zugewiesen bekommen haben. Dave und Becky Conrads! Ich war eine Woche vor Halloween bei ihnen zum Znacht eingeladen.

Das ist Ritter John. Er ist 4 Jahre alt und ein Energiebündel.

Die süsse Prinzessin Ava wird im Dezember 2 Jahre alt. Sie hat sich mit ihrem Bruder gestritten, wer von ihnen mit Daddy Lilian abholen gehen dürfe... Sie gewann das Abholen, John das Heimbringen. (Nachbarort, ca. 20-25min Autofahrt)

Nach dem feinen Abendessen gab es hinter dem Haus ein Feuer und selbstverständlich gegrillte Marshmallows!

Becky mit Baby: Ben wird in 2 Wochen ein Jahr alt.
Sie haben mich auf eine Fahrt durch den Osten/Südosten Iowas genommen. Ziel: Burlington, eine kleine Stadt am Mississippi. Dort musste ich natürlich DIE Attraktion erleben: Snake Alley! Ein enges, kleines Strässchen, das in Schlangenlinien den Hügel runtergeht. Nur von oben befahrbar. Ich musste mir das Lachen verkneifen - habe nicht erzählt, dass wir in der Schweiz durchaus solche Strassen haben für den Normalverkehr, und nicht mal "one way" ;-) Jaja, die Amis kennen nur rechte Winkel und zwar meilenweit...

Die Brücke Burlingtons. Dave fuhr extra für mich über den Mississippi River! Wunderschön, der weeeiite Fluss (Grenze zu Illinois) und die Abendstimmung...





Ja, wenn ich das so anschaue, habe ich doch schon einiges gesehen in den letzten 12 Wochen! Ich muss aber zugeben, dass es mir nicht immer so gut gefällt. Manchmal stinkt es mir nämlich ziemlich, dauernd zu studieren und in der Stadt "eingesperrt" zu sein. Aber es ist Licht in Sicht: in 2 Wochen haben wir eine Woche Ferien wegen Thanksgiving. Wird auch langsam Zeit nach 10 Wochen Uni!!

Es ist komisch. Viele meiner Freunde sind nur ein Semester hier und gehen vor Weihnachten zurück in ihre Heimat. Obwohl wir ja ziemlich alles gemeinsam erlebt haben, merke ich, wie sich die Sicht langsam ändert. Sie haben nur noch 7 Wochen, d.h. schon 2/3 des Aufenthalts vorbei. Hingegen mein Blickwinkel: ich bin seit 3 Monaten hier und habe noch etwa 7 vor mir! Ist schon ein ziemlicher Unterschied...