Montag, 5. November 2007

Amerikaner


Es Herbst geworden. Sehr lange war es noch warm und sonnig, aber jetzt verlieren die Bäume langsam die Blätter, der Wind kälter und stärker, die Kleider dicker...

Letzte Woche habe ich am Fluss noch ein bisschen Sonne genossen: Mit meinen beiden "buddies" Clara (Korean-American) und Ashley (American). Die "global buddies" sind vom Office for Study Abroad organisiert worden, damit wir Austauschstudenten etwas in Kontakt mit Amerikanern kommen. Was sonst nicht sehr einfach ist. Die Iowaner sind auf den ersten Eindruck sehr offen, freundlich und gesprächiger als die Schweizer, aber eben auch viel oberflächlicher... In der Schule (ja sie sagen school!) ist es allerdings etwas anders, da wird nicht oder kaum miteinander gesprochen. Während bei uns in der Schweiz die Professoren/Lehrer/Dozenten jeweils um Ruhe bitten müssen, kann man hier fast froh sein, wenn der/die Instructor die Stille durchbricht...


Es gibt hier noch so eine "Institution", die Internationale mit Einheimischen verbindet: Friends of International Students (FIS). Einige werden mit anderen Studenten "verbunden", andere mit einzelnen Erwachsenen, und ich gehöre zu den wenigen, die eine Familie zugewiesen bekommen haben. Dave und Becky Conrads! Ich war eine Woche vor Halloween bei ihnen zum Znacht eingeladen.

Das ist Ritter John. Er ist 4 Jahre alt und ein Energiebündel.

Die süsse Prinzessin Ava wird im Dezember 2 Jahre alt. Sie hat sich mit ihrem Bruder gestritten, wer von ihnen mit Daddy Lilian abholen gehen dürfe... Sie gewann das Abholen, John das Heimbringen. (Nachbarort, ca. 20-25min Autofahrt)

Nach dem feinen Abendessen gab es hinter dem Haus ein Feuer und selbstverständlich gegrillte Marshmallows!

Becky mit Baby: Ben wird in 2 Wochen ein Jahr alt.
Sie haben mich auf eine Fahrt durch den Osten/Südosten Iowas genommen. Ziel: Burlington, eine kleine Stadt am Mississippi. Dort musste ich natürlich DIE Attraktion erleben: Snake Alley! Ein enges, kleines Strässchen, das in Schlangenlinien den Hügel runtergeht. Nur von oben befahrbar. Ich musste mir das Lachen verkneifen - habe nicht erzählt, dass wir in der Schweiz durchaus solche Strassen haben für den Normalverkehr, und nicht mal "one way" ;-) Jaja, die Amis kennen nur rechte Winkel und zwar meilenweit...

Die Brücke Burlingtons. Dave fuhr extra für mich über den Mississippi River! Wunderschön, der weeeiite Fluss (Grenze zu Illinois) und die Abendstimmung...





Ja, wenn ich das so anschaue, habe ich doch schon einiges gesehen in den letzten 12 Wochen! Ich muss aber zugeben, dass es mir nicht immer so gut gefällt. Manchmal stinkt es mir nämlich ziemlich, dauernd zu studieren und in der Stadt "eingesperrt" zu sein. Aber es ist Licht in Sicht: in 2 Wochen haben wir eine Woche Ferien wegen Thanksgiving. Wird auch langsam Zeit nach 10 Wochen Uni!!

Es ist komisch. Viele meiner Freunde sind nur ein Semester hier und gehen vor Weihnachten zurück in ihre Heimat. Obwohl wir ja ziemlich alles gemeinsam erlebt haben, merke ich, wie sich die Sicht langsam ändert. Sie haben nur noch 7 Wochen, d.h. schon 2/3 des Aufenthalts vorbei. Hingegen mein Blickwinkel: ich bin seit 3 Monaten hier und habe noch etwa 7 vor mir! Ist schon ein ziemlicher Unterschied...

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