Sonntag, 3. Februar 2008

Road Trip durch USAs Südwesten

Nun sind schon wieder 2 Wochen des Semesters vorbei und es wird höchste Zeit, dass ich mal etwas von meiner tollen Reise erzähle!

Wer lieber direkt Fotos anschaut, scrollt einfach nach unten :-)

Mein Flug von Cedar Rapids, Iowa, nach Phoenix, Arizona (via Chicago) war gebucht für Samstag, 22.Dezember 07. Am Abend vorher hatten wir gross Abschied gefeiert. Wegen wilden Schneestürmen wurde mein Flug annuliert und ich konnte wieder nach Hause fahren. Mein 2.Flug für Sonntag Morgen wurde in der Nacht annuliert, zusammen mit Flügen anderer Studenten. Plötzlich sassen wir alle am Computer und am Telefon und versuchten nur noch, vor Weihnachten an unsere Ziele zu gelangen. Viele meiner europäischen Freunde hatten ihr Auslandsemester vorbei und wollten nach Hause zurück. So sassen wir am Sonntag alle zusammen, unfreiwillig noch ein paar Tage länger beieinander... Ich habe mich von einigen mindestens 4mal verabschiedet - am Schluss sagten wir nur noch: Und ich will dich nicht mehr sehen!!

Ich fuhr am Sonntag Abend wieder nach Cedar Rapids, und immer per Taxi (ca. 30Fr.). Einchecken dauerte 5 Stunden... Ja!! Unglaubliches Chaos, einige Leute sassen mehrere Tage am Flughafen fest (und Cedar Rapids ist klein, keine 24h-Restaurants oder so!!), alle wollten zu Weihnachten zu Hause oder bei Verwandten sein... Am Gate warteten wir noch mal etwa eine Stunde, bis es dann um 23 Uhr hiess, heute ginge kein Flieger mehr raus. 3.Flug canceled. Na ja, mir ging es nicht mehr so gut... Ich MUSSTE am nächsten Morgen in Chicago meinen Flug erwischen. Hannes wartete seit Samstag Mittag im Hotel in Phoenix... Ich war verzweifelt!

Aber, wer hätte das gedacht, manchmal hat man einfach "Glück". Plötzlich waren da drei junge Leute, die ein Auto mieten wollten. Klar schloss ich mich an, was hatte ich zu verlieren... Leider musste ich meine Mit-Warterin zurück lassen, da sie ihr Gepäck in den Tonnen wieder ausgeladener Koffer suchen musste. Da ich mein Gepäck schon am Samstag eingecheckt hatte, war das schon irgendwo unterwegs und ich musste/konnte mich Gott sei Dank nicht darum kümmern. Jedenfalls fanden wir noch einen etwas älteren Herrn aus New York, so dass wir uns zu fünft auf den Weg nach Chicago machten. Die Schneeverhältnisse waren prekär, die Sicht miserabel, die Autos lagen in den Strassengräben wie im Sommer tote Waschbären (=viel!). Der Herr aus NY bekam Angst, stieg nach 1/2h aus, wünschte uns viel Glück und drückte uns eine $100-Note in die Hand... da wurde mir schon ein bisschen mulmig zumute.

Wir kamen dank unserer vorsichtigen Fahrerin aber nach etwa 5h heil in Chicago an. Ich fand ein paar deutsche Freunde, die per Taxi gekommen waren (und statt meinen $45 etwa $150 zahlten...), und verbrachte etwa 2h mit ihnen und einem Frühstück. Mein Flug nach Phoenix hatte auch noch Verspätung, aber nach diesem Abenteuer war ich einfach froh, am Montag Nachmittag, 24.Dez., endlich total kaputt in Phoenix anzukommen.

Einige meiner Freunde hatten es übrigens noch rechtzeitig zu Weihnachten geschafft, ein paar andere immerhin zum 25.; ich bin aber sicher, niemand wird das so schnell vergessen...

Joo Yuen hat gerade gesehen, wie viel ich geschrieben habe. Sie meint, wenn ich weiterhin so detailliert schreibe, werde ich ja nie fertig... Ich fass also zusammen: :-D

In Phoenix traf ich also Hannes. Wir verbrachten Weihnachten in eher unweihnächtlicher Stimmung, d.h. einem total verlassenen Phoenix. Wahrscheinlich lag es auch an der Wärme und dem fehlenden Schnee. Nach ca. 2 Tagen fuhren wir Richtung Norden und in die Höhe, nach Flagstaff. Von dort gings am nächsten Tag zum Grand Canyon, was ziemlich beeindruckend war. Allerdings sehr touristisch. Weiter fuhren wir mit Hannes' weissem Honda nach Las Vegas, was allerdings einige Nerven kostete - Stau vor dem Hoover Dam, und es ging auf und ab! Ich war froh, Hannes (wie üblich) das Steuer übergeben zu können...

Nun, Las Vegas bot ein cooles Hostel, aber keine map. Wir irrten durch die eisige Kälte und als wir den "Strip" (DIE Strasse) endlich fanden, war meine Laune ziemlich gesunken. Wir wärmten uns in einem Casino auf und konnten so etwas vom Las-Vegas-Spirit aufsaugen. Am nächsten Tag fuhren wir nochmals durch, um etwas mehr zu sehen. Unglaublich, aber nicht schön, fand ich. Viel besser gefielen mir die folgenden Tage durch die endlose Weite, Berge und Täler Kaliforniens. Besonders gut gefiel es mir im Death Valley. Leer und allein, und ein komisches Gefühl, 100m unter dem Meeresspiegel zu sein.

Ein kleines Abenteuer gab es dann um den Yosemite National Park. Wir hatten dort eine Nacht gebucht und fuhren fröhlich drauflos. Dummerweise fanden wir zu spät heraus, dass die Strasse durch den Park im Winter gesperrt ist. Wir beschlossen, rundherum zu fahren. Erster Pass geschlossen, zweiter Pass geschlossen, dritter Pass geschlossen. Als wir im Hostel anriefen, erfuhren wir, dass die Reservation nie bei ihnen angekommen ist... So gings weiter Richtung Norden zum Lake Tahoe (Ostkalifornien, etwas nördlicher als San Francisco). Viel zu sehen ausser Schnee gab es dort aber nicht, dann gerieten wir erst noch in einen Schneesturm (zugegeben, ich schlief ein). Am nächsten Tag waren wir in Sacramento, der Hauptstadt Californias, die uns ziemlich gut gefiel (shame on my guide- nichts davon im Reiseführer!). Dann, am Sonntag Abend erreichten einen oder vielleicht den Höhepunkt unserer Reise: SAN FRANCISCO!!

Wir rutschten dort ins 2008 und blieben einige Tage, da es uns so gut gefiel. Eine sehr charmante Stadt für amerikanische Verhältnisse, sehr viele herzige Häuser und Strässchen und Plätze und Abwechslung. Seit ich als Kind ein Bild von den steilen Strassen mit den berühmten cable cars gesehen hatte, wollte ich das immer schon erleben. Die Golden Gate Bridge ist länger als man denkt und auch sonst wird es einem nicht langweilig!

Nächstes Ziel: Westküste runter nach Los Angeles, auf der California Highway 1. Eine absolut fabelhafte Strecke. Pacific Ocean for the first time in my life. Links die Berge und rechts das Meer, die Buchten, die Wellen. Leider begann es ein bisschen zu regnen. Wir übernachteten in San Simeon, im Wissen, dass uns der Sturm wohl einholen würde. Der nächste Tag bestand nur noch aus Scheibenwischern. Schadeschade. Es war trotzdem schön. Wann sieht man schon mal ein verregnetes Santa Barbara?! Der erste Abend in Los Angeles war auch total nass und das Corona (mexikanisches Bier) sehr teuer. Der nächste Tag sah aber schon spannender aus und wir besichtigten den Walk of Fame in Hollywood - diese vielen Sterne gaben Nackenschmerzen ;-) Ein bisschen Beverly Hills und Downtown und Museen, das wars auch schon. 2 oder 3 Tage und wir hatten genug, nach San Francisco wollten wir nichts anderes mehr... den letzten Tag verbrachten wir noch im Disneyworld (da muss man ja fast mal hin), dann ging es zurück nach Tucson, Arizona. Wir hatten ein bisschen genug vom Autofahren und Herumreisen.

In Tucson verbrachten wir noch eine wunderschöne Woche mit wunderschönem Wetter und wunderschönen Ausflügen: Campus der University of Arizona, Mount Lemmon, Saguaro National Park, sonstige Wanderungen oder Spaziergänge downtown. Ich habe es sehr genossen, endlich wieder einmal Berge zu sehen und erleben. Sehr eindrücklich war es für mich, die Wüsten-Trockenheit einmal selber zu erleben. Und dabei war es Winter, d.h. "nur" so um die 20-25 Grad Celsius... (Im Sommer ist es um die 40 Grad).

Wer mir nun noch nicht glaubt, dass mir diese 3 Wochen sehr gut getan haben, sollte sich bitte die Fotos anschauen und sich bei allfälligen Reklamationen melden!
Wenn ihr auf das Foto klickt, kommt ihr auf eine neue Seite: Picasa. Dort habe ich mein Album erstellt. Man kann auch eine Diaschau öffnen. Die Bilder sind übrigens kommentiert!
Road Trip

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