Mittwoch, 30. April 2008

Canada!


Der April war voller Trips - der letzte davon ging wahrscheinlich am weitesten weg! Am Donnerstag Abend fuhren wir (ca. 7h) los Richtung Osten. Wir übernachteten in Toledo, Ohio, und machten uns am Freitag Morgen auf zu den Niagarafällen, nochmals c. 5-6h. In Niagara Falls, NY, wollte uns der Mister im visitor center einen $80-Pass verkaufen, für weiss ich nicht was alles inklusiv. Er schien überzeugt zu sein, dass wir mit Parken und Ausflügen und so weiter viel mehr Geld ausgeben würden... Geldmacherei!! Nie und nimmer haben wir zusammen $400 verbraucht...
Zuerst besichtigten wir die Niagarafälle von der amerikanischen Seite aus, was auch schon ziemlich beeindruckend war. Am Abend fuhren wir dann aber über die Grenze und konnten die beiden Fälle mit Lichtschau by night bewundern. Leider sind die Fotos nicht gut geworden, aber es war jedenfalls absolut toll dort!
Da wir auf der USA-Seite übernachteten, mussten wir wieder durch den Zoll. Natürlich wurden jede Menge Fragen gestellt und sogar unser Kofferraum durchschaut. Also wenn es einem da nicht vergeht, in die USA zu reisen...
Am Samstag Morgen ging es definitiv über die Grenze nach Canada und wir konnten die Niagara Falls noch bei daylight betrachten. Ein Höhepunkt war dann der "Journey behind the Falls". Wir mussten zwar lange anstehen, aber es war faszinierend (und ziemlich nass), unter den Fällen zu stehen!

Nach etwa 2h Fahrt kamen wir in Toronto an, wo wir den Rest des Samstags und den Sonntag verbrachten. Unser Hostel war mitten in der Chinatown, was uns ganz ausgehungerten Studenten gerade recht kam ;-).
Wir wanderten in der ganzen Stadt herum, machten uns über das "alte" Old Toronto lustig (sooo alt waren diese Gebäude jetzt auch wieder nicht), suchten uns eine Bar, bestiegen (belifteten?!) am Sonntag den CN Tower, genossen die Sonne am Ufer des Ontariosees, genossen es umso mehr, da in Iowa schlechtes Wetter war...
Ich war übrigens erstaunt, dass alles zweisprachig angeschrieben war. Ich hatte immer gedacht, dass sich das Französisch nur in der Québec gehalten hat... Nun ja, war jedenfalls familiär, nicht war...

Hier bebildere ich nun ein paar bildliche Bilder:

Sonnenuntergang am Donnerstag Abend on the road

Diese Motels haben immer 2 Riesenbetten - und wir wollten halt kein Extrabett bezahlen... :-D

Manchmal findet man in Amerika heimatliche Orte...

I'm all americanized... Zwischenpause im "Dunkin Donut" mit Donut und Mango-Passion Fruit-Smoothie, mmh.

Irgendwo im Staat New York, wir nähern uns den Niagarafällen - ich hab das Foto eigentlich nur wegen dem Himmel gemacht.

NIAGARAFÄLLE!! Hier sind wir noch auf der amerikanischen Seite.

tolle Gruppe: Sanne, Lykke, Eric, Lilian und Hans!
(am Zoll hiess es, what is your citizenship? ähm... Europe?! 5 people, 4 countries...)

Parken nicht erlaubt, aber für die Polizei gibt es ja immer Ausnahmen... ;-)

Von diesem Salat im Hard Rock Café musste ich einfach ein Bild machen! Oh ja, er war mindestens so gut, wie er aussieht - aber too much!!

Was für ein komisches, aber wundervolles Gefühl, endlich mal eine andere Flagge zu sehen.......

Lightshow at the Niagara Falls auf der kanadischen Seite

Der Horseshoe Fall bei Tageslicht - von oben...

...und von unten!! Journey behind the Falls - eine nasse, aber lustige Angelegenheit

Hier nochmals die Niagara Falls bei daylight

...und dann... welcome to Toronto!

Spaziergang durch die Strassen dieser schönen Stadt (vgl. mit typisch amerikanischen Städten...)

Sanne und Lykke geniessen die Sonne

Das höchste Gebäude der Welt: der CN Tower!! 553m hoch, wir besuchten den ersten Stock auf 340m (der 2. auf 440m ist um einiges teurer)

Herrliche Aussicht über Toronto

Lake Ontario mit dem Flughafen auf einer Insel

Der Glass Floor - eine kribbelige Sache :-D (erinnerte mich irgendwie an die Staumauer im Tessin, als ich ein Seil um die Füsse hatte und kein Glas)

Seeeeeeeeeee!!! muss ich noch mehr sagen?!

Uferpromenade

Lunch am Lake Ontario bei schönstem Wetter

Unser Supermotel 8 in der Chinatown - byebye Toronto!









Am Sonntag Abend fuhren wir wieder zurück nach Iowa - als wir am Morgen hier ankamen, hat es sogar ein bisschen geschneit... Nach so wunderschönem Wetter hatten wir ein kaltes Tief, gestern wieder mehr als 20°C, jetzt ist aber wieder Kälte und Regen angesagt. Wir haben wohl vergeblich auf ein paar schöne letzte Wochen gehofft...


Wir haben jetzt noch eine Woche Vorlesungen, dann eine Woche Abschlussprüfungen - die letzte habe ich am Freitag Abend 19Uhr, schrecklich, und dann am Samstag müssen wir raus!! Ich kann es mir noch nicht vorstellen, von hier weg zu gehen, alle Freunde, vertrauten Plätze und Gewohnheiten verlassen zu müssen. Auch wenn ich mich sehr auf die Schweiz (und euch alle) freue, fürchte ich mich doch ziemlich davor. Eine Art Neuanfang...


April April - vergeht so schnell wie er will


Inzwischen ist der April schon zu Ende und ich stelle fest, dass mein letzter Eintrag schon eine ganze Weile her ist. Ich muss zugeben, dass ich mehr Zeit sonstwo als in Iowa verbracht habe und deshalb die wenige Zeit hier für Hausaufgaben nutzen musste.


Mitte April bekam ich Besuch aus der Schweiz: Meine Cousine Mirjam beschloss, ihre Ferien bei mir zu verbringen, was mich natürlich riesig gefreut hat!

Sie wurde von meinen Freunden hervorragend aufgenommen und wir hatten Spass :-D

Das Wetter war anfangs nicht so toll, aber wir gingen trotzdem ice cream essen. Mmmh. Naja, die kleinste Portion war schon zuviel für uns, ich sag ja, American size...

Wir verbrachten die Zeit mit Spazieren, Old Capitol Museum, einem Besuch in ein "Haunted House" (Geisterhaus) oder dem schon legendären Iowaopoly.
Natürlich durfte auch ein Besuch in Burge, unserer Mensa, nicht fehlen, und Mimi freute sich mit Akiko (die ihrerseits Freude an Mirjam hatte) über die Waffel.
Die letzten 2 Tage brachten dann auch noch etwas Sonnenschein, so dass wir sogar ein bisschen Frisbee im Park spielen konnten. Okay, es war sehr windig, aber Spass hatten wir trotzdem.




Am gleichen Tag, als Mimi nach Chicago (und später zurück in die Schweiz) fuhr, ging es für mich in einem Minivan quer durch Iowa, Illinois, Indiana und entlang dem Michigansee nach Grand Rapids, Michigan (ca. 8h). Ich nahm mit meiner japanischen Freundin Sachiyo (und ein paar anderen aus Iowa) am "Festival of Faith and Writing" teil.
Es war eine Riesenkonferenz mit vielen verschiedenen Leuten aus aller Welt. Während den 3 Tagen gab es unzählige Sessionen mit verschiedenen Autoren, Editoren, Publisher, Journalisten, Playwrights. Wir konnten jeweils zwischen etwa 10 verschiedenen Sachen auswählen, und das etwa 8x am Tag. Alles hatte entweder mit Glauben (v.a. Christentum) und/oder Schreiben zu tun. Die meisten Vorträge/Interviews/Lesungen waren spannend und interessant - eine Autorin erzählte von ihrer Kindheit in Nigeria mit einem islamischen Vater und einer christlichen Mutter, eine britische Editorin (Verfasserin?!) gab Tipps fürs Schreiben und Editieren, 3 Kinderbuchautorinnen diskutierten über den Sinn und Inhalt von Kinderbüchern, ein Journalist erzählte von der Umwandlung seiner Indienreise in einen Roman, usw... Zweimal sahen wir am Abend einen Film und einmal ein Theater - es war also für "Unterhaltung" gesorgt. Manchmal wurde es mir aber auch zuviel und ich setzte eine Runde aus - Hirnverdauung. Zudem war so schönes Wetter...


Wir übernachteten in einem Community House und kochten/assen als Gruppe auch oft zusammen. Wir waren sehr gemischt: einige Studenten, eine junge Mutter mit ihrem Sohn, eine ältere Mutter ohne Kinder, und unser Organisator Ed, der Pastor hier in Iowa City ist.

Nach dem langen Winter in Iowa waren wir sehr erfreut, endlich Blumen zu sehen. Es war wunderschön sonnig und warm, das erste Mal dieses Jahr. Manche Pausen verbrachten wir im Gras, mit Sonnenbrille und kurzen Hosen...



So by the way habe ich noch mein Traumauto gefunden... ;-) Ich freue mich aber trotzdem wie wahnsinnig auf die Schweizer Eisenbahn!




Nun, ich glaube, ich schliesse den ersten Eintrag hier mal ab. Mein erster Ausflug ins Ausland seit letztem Sommer folgt sogleich :-D


Donnerstag, 10. April 2008

South Dakota - Mount Rushmore

Letztes Wochenende war ich auf einem fantastischen Trip mit 7 anderen europäischen Austauschstudenten. Wir fuhren nordwestwärts quer durch Iowa und South Dakota zu den Black Hills.


Am Donnerstag Abend fuhren wir los. Der Sonnenaufgang am Freitag Morgen war wunderschön! Naja, wir fuhren Richtung Westen, so dass ich rückwärts schauen musste um ihn ja nicht zu verpassen...



Einer der ersten Stopps in South Dakota - es hiess sowas wie Aussichtspunkt... Es war zwar eindrücklich, wie weit man sehen konnte, aber alles flach flach flach!!

Ich konnte wohl die Aufmerksamkeit nicht wirklich voll und ganz auf mich ziehen, was... Aber haben die Holländer je schon mal gehorcht? :-D
Plötzlich sahen wir Bergspitzen aus dem Boden herausragen: Badlands Nationalpark! Schon vom Auto aus fantastisch, aber noch viel faszinierender von "oben". Die Sonne uns begann langsam zu wärmen und das Herumwandern tat uns so gut, dass wir gleich eine Weile blieben!


Auf der Weiterfahrt sahen wir viele Werbetafeln - etwa die Hälfte "Wall Drug". Wir wussten nicht, was wir daraus schliessen sollten, es schien irgendein riesiges Shopping center zu sein...


Ich muss dann eingeschlafen sein, denn als ich erwachte, ging es plötzlich aufwärts, und die Landschaft sah gar nicht mehr gleich aus. "Here, here", riefen die anderen. Und tatsächlich, MOUNT RUSHMORE! Von weitem noch ziemlich klein...



...aber von nahem doch ziemlich eindrücklich. Die Personen auf dem Bild, von oben links nach unten rechts: George, Thomas, Theodore, Abraham, Kamilla, Lieke, ich, Sanne und Lykke. :-D

Okay, ich gebs zu, die Präsidenten sind wohl bekannter als wir ;-)... Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln wurden zwischen 1930 und 1937 in den Berg gehämmert und sie sind je 60 feet (fast 20m) gross. Stellt euch vor, ihr hättet eine 6m-Nase...


Wir genossen den Sonnenschein im und ums Mount Rushmore Memorial: Patrick & Eric (Niederlande), Hans (Deutschland), Lieke & Sanne (Niederlande), Lykke & Kamilla (Dänemark) und ich.


Die Lakota-Indianer sehen Mount Rushmore als eine Entweihung ihres Berges an. "Crazy Horse" ist eine Art Ehrung der Native Americans: Vorne ist das Modell, wie es aussehen soll, hinten der Berg, so wie es jetzt aussieht. Erst das Gesicht, und das in 50 Jahren Arbeit... Schon 2x lehnte die Familie des verantwortlichen Bildhauers $10 Millionen ab mit den Worten "Finger ab de Röschti, Herr Staat". Wer weiss, vielleicht können es meine Grosskinder mal mit ihren Grosskindern besuchen gehen...


Nach einer Nacht in Rapid City fuhren wir am Samstag zum Custer Nationalpark. Es war eindrücklich, diese verschiedenen Landschaften zu sehen. Es war ziemlich kalt (siehe Schnee) und windig, aber die Sonne schien wundervoll. Wir sahen viele Tiere...



Zum Beispiel Esel, die plötzlich ganz nahe kamen und unsere Fenster ableckten... "spassig" ;-)

...oder Buffalos (Hans traute sich gar aus dem Auto...)
...ganz süss sind die Prairie Dogs - "was, so klein?" - Sie heissen so, weil sie so was wie bellen (lustiges Geräusch) und in der Prärie leben.
Nach einer spannenden Fahrt mit herrlichen Landschaften und HIMMEL wollten wir in eine Höhle, verpassten aber eine Tour um 20min. So gabs dann feines chinesisches Essen und...
...einen Besuch in der Mammut Grabstätte! Es wurden hier vor 30 Jahren Mammutskelette gefunden und die Ausgrabung geht noch weiter (nur im Sommer). Ist noch interessant: Es sind keine Fossilien, sondern kind of preserved (präserviert? konserviert - ich bin verwirrt) Skelette, weil diese Mammuts beim Trinken in den See gefallen sind (zu rutschige Erde) und durch die Ablagerungen und die weiterhin drauf herum stampfenden Mammute die Skelette eben konserviert wurden. Oder so. Sorry. Jedenfalls, das hier ist Marie Antoinette, oder war, bis sie herausgefunden haben, dass es ein ER ist, weil nur männliche Mammuts in den See fielen, da diese oft alleine herumstreunten und nicht das überlieferte Wissen der Herde hatten. Jetzt heisst er Morry Antoinette. Es gibt auch einen Napoleon und andere, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen, mein Leben mit "Schüfeli und Beseli" (zu deutsch= die tools um sich archäologisch zu betätigen) zwischen Mammutskeletten zu verbringen... Jedem das Seine...


Leider war es mit dem schönen Wetter nun vorbei...
Wegen dem Regen blieben wir nicht lange in Deadwood, einer (im amerikanischen Sinn) antiken Goldrauschstadt. Heute gibt es viele Bars und Casinos - wir besuchten eine Bar, in der Wild Bill, ein bekannter Krimineller & (Falsch-)Spieler, erschossen wurde. Er sitzt nun im Untergeschoss als eine Art Museum.


Also einmal während meinem ganzen Jahr muss das schon sein... ;-) (Mir fallen diese Flaggen ehrlich gesagt gar nicht mehr auf, es gibt so viele und überall...)

Okay, Zeit, mal etwas klar zu stellen: Leider wird die USA oft nur mit Politik konnotiert und "abgetan"- ich finde aber, dass man die landschaftliche/geographische Schönheit nicht vergessen sollte!!


Zurück in downtown Rapid City gabs Znacht - den Dessert wollten uns Lykke und ich teilen... Wir waren dann aber sehr froh, dass uns Eric auch noch geholfen hat - ich weiss nicht, wie das eine Person schaffen sollte!!! (ein Riesencookie belegt mit Vanilla ice cream und Sahne, mmh)


Am Sonntag Morgen waren die Autos mit Schnee bedeckt. Kamilla hatte die wirklich logische Idee, den Motor einzuschalten, um die Fenster besser kratzen zu können. Tja, ich komme nicht umhin zu sagen STUPID AMERICANS mit ihren automatischen Schliesssystemen... Das Auto verriegelte sich automatisch, während das Auto stillstand und der Motor lief (der Schlüssel somit steckte)!! Ich fass es immer noch nicht... Wenigstens war ein Servicemann mit seinen vielen Drähten innerhalb ca. 20min hier, so dass wir wieder nach Hause fahren konnten... *kopfschüttel*



Tja, hier South Dakota im Schnee am Sonntag...
Es nahm uns dann doch noch wunder, was es mit diesem "Wall Drug" (siehe oben) auf sich hatte... Es ist einfach eine Art Drugstore Museum, d.h. viele kleine Lädeli mit Souvenirs und handwerklichen Sachen aus der Region (z.B. Cowboyhüte oder indianisch bemaltes Geschirr oder Schmuck). Anscheinend ist mehr die meilenweite Werbung der Witz am ganzen und scheint Wirkung zu haben... ;-)



Das bin ich mit Cowboy Johnny.
Das Wetter störte uns aber nicht mehr so sehr, da wir nur noch wieder (ca. 12h) nach Iowa fahren mussten... back on the road...






Ein wirklich wunderschöner Trip mit viel Spass!! Natürlich gibts Nachteile wie Hausaufgaben, Prüfungen, Präsentationen, Arbeiten,... die Zeit rast nur so, und es läuft so viel wie schon lange nicht, habe ich den Eindruck. Aber wahrscheinlich wird es mir jetzt einfach viel mehr bewusst, dass meine Iowa-Zeit langsam abläuft. Schade irgendwie.