Donnerstag, 10. April 2008

South Dakota - Mount Rushmore

Letztes Wochenende war ich auf einem fantastischen Trip mit 7 anderen europäischen Austauschstudenten. Wir fuhren nordwestwärts quer durch Iowa und South Dakota zu den Black Hills.


Am Donnerstag Abend fuhren wir los. Der Sonnenaufgang am Freitag Morgen war wunderschön! Naja, wir fuhren Richtung Westen, so dass ich rückwärts schauen musste um ihn ja nicht zu verpassen...



Einer der ersten Stopps in South Dakota - es hiess sowas wie Aussichtspunkt... Es war zwar eindrücklich, wie weit man sehen konnte, aber alles flach flach flach!!

Ich konnte wohl die Aufmerksamkeit nicht wirklich voll und ganz auf mich ziehen, was... Aber haben die Holländer je schon mal gehorcht? :-D
Plötzlich sahen wir Bergspitzen aus dem Boden herausragen: Badlands Nationalpark! Schon vom Auto aus fantastisch, aber noch viel faszinierender von "oben". Die Sonne uns begann langsam zu wärmen und das Herumwandern tat uns so gut, dass wir gleich eine Weile blieben!


Auf der Weiterfahrt sahen wir viele Werbetafeln - etwa die Hälfte "Wall Drug". Wir wussten nicht, was wir daraus schliessen sollten, es schien irgendein riesiges Shopping center zu sein...


Ich muss dann eingeschlafen sein, denn als ich erwachte, ging es plötzlich aufwärts, und die Landschaft sah gar nicht mehr gleich aus. "Here, here", riefen die anderen. Und tatsächlich, MOUNT RUSHMORE! Von weitem noch ziemlich klein...



...aber von nahem doch ziemlich eindrücklich. Die Personen auf dem Bild, von oben links nach unten rechts: George, Thomas, Theodore, Abraham, Kamilla, Lieke, ich, Sanne und Lykke. :-D

Okay, ich gebs zu, die Präsidenten sind wohl bekannter als wir ;-)... Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln wurden zwischen 1930 und 1937 in den Berg gehämmert und sie sind je 60 feet (fast 20m) gross. Stellt euch vor, ihr hättet eine 6m-Nase...


Wir genossen den Sonnenschein im und ums Mount Rushmore Memorial: Patrick & Eric (Niederlande), Hans (Deutschland), Lieke & Sanne (Niederlande), Lykke & Kamilla (Dänemark) und ich.


Die Lakota-Indianer sehen Mount Rushmore als eine Entweihung ihres Berges an. "Crazy Horse" ist eine Art Ehrung der Native Americans: Vorne ist das Modell, wie es aussehen soll, hinten der Berg, so wie es jetzt aussieht. Erst das Gesicht, und das in 50 Jahren Arbeit... Schon 2x lehnte die Familie des verantwortlichen Bildhauers $10 Millionen ab mit den Worten "Finger ab de Röschti, Herr Staat". Wer weiss, vielleicht können es meine Grosskinder mal mit ihren Grosskindern besuchen gehen...


Nach einer Nacht in Rapid City fuhren wir am Samstag zum Custer Nationalpark. Es war eindrücklich, diese verschiedenen Landschaften zu sehen. Es war ziemlich kalt (siehe Schnee) und windig, aber die Sonne schien wundervoll. Wir sahen viele Tiere...



Zum Beispiel Esel, die plötzlich ganz nahe kamen und unsere Fenster ableckten... "spassig" ;-)

...oder Buffalos (Hans traute sich gar aus dem Auto...)
...ganz süss sind die Prairie Dogs - "was, so klein?" - Sie heissen so, weil sie so was wie bellen (lustiges Geräusch) und in der Prärie leben.
Nach einer spannenden Fahrt mit herrlichen Landschaften und HIMMEL wollten wir in eine Höhle, verpassten aber eine Tour um 20min. So gabs dann feines chinesisches Essen und...
...einen Besuch in der Mammut Grabstätte! Es wurden hier vor 30 Jahren Mammutskelette gefunden und die Ausgrabung geht noch weiter (nur im Sommer). Ist noch interessant: Es sind keine Fossilien, sondern kind of preserved (präserviert? konserviert - ich bin verwirrt) Skelette, weil diese Mammuts beim Trinken in den See gefallen sind (zu rutschige Erde) und durch die Ablagerungen und die weiterhin drauf herum stampfenden Mammute die Skelette eben konserviert wurden. Oder so. Sorry. Jedenfalls, das hier ist Marie Antoinette, oder war, bis sie herausgefunden haben, dass es ein ER ist, weil nur männliche Mammuts in den See fielen, da diese oft alleine herumstreunten und nicht das überlieferte Wissen der Herde hatten. Jetzt heisst er Morry Antoinette. Es gibt auch einen Napoleon und andere, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen, mein Leben mit "Schüfeli und Beseli" (zu deutsch= die tools um sich archäologisch zu betätigen) zwischen Mammutskeletten zu verbringen... Jedem das Seine...


Leider war es mit dem schönen Wetter nun vorbei...
Wegen dem Regen blieben wir nicht lange in Deadwood, einer (im amerikanischen Sinn) antiken Goldrauschstadt. Heute gibt es viele Bars und Casinos - wir besuchten eine Bar, in der Wild Bill, ein bekannter Krimineller & (Falsch-)Spieler, erschossen wurde. Er sitzt nun im Untergeschoss als eine Art Museum.


Also einmal während meinem ganzen Jahr muss das schon sein... ;-) (Mir fallen diese Flaggen ehrlich gesagt gar nicht mehr auf, es gibt so viele und überall...)

Okay, Zeit, mal etwas klar zu stellen: Leider wird die USA oft nur mit Politik konnotiert und "abgetan"- ich finde aber, dass man die landschaftliche/geographische Schönheit nicht vergessen sollte!!


Zurück in downtown Rapid City gabs Znacht - den Dessert wollten uns Lykke und ich teilen... Wir waren dann aber sehr froh, dass uns Eric auch noch geholfen hat - ich weiss nicht, wie das eine Person schaffen sollte!!! (ein Riesencookie belegt mit Vanilla ice cream und Sahne, mmh)


Am Sonntag Morgen waren die Autos mit Schnee bedeckt. Kamilla hatte die wirklich logische Idee, den Motor einzuschalten, um die Fenster besser kratzen zu können. Tja, ich komme nicht umhin zu sagen STUPID AMERICANS mit ihren automatischen Schliesssystemen... Das Auto verriegelte sich automatisch, während das Auto stillstand und der Motor lief (der Schlüssel somit steckte)!! Ich fass es immer noch nicht... Wenigstens war ein Servicemann mit seinen vielen Drähten innerhalb ca. 20min hier, so dass wir wieder nach Hause fahren konnten... *kopfschüttel*



Tja, hier South Dakota im Schnee am Sonntag...
Es nahm uns dann doch noch wunder, was es mit diesem "Wall Drug" (siehe oben) auf sich hatte... Es ist einfach eine Art Drugstore Museum, d.h. viele kleine Lädeli mit Souvenirs und handwerklichen Sachen aus der Region (z.B. Cowboyhüte oder indianisch bemaltes Geschirr oder Schmuck). Anscheinend ist mehr die meilenweite Werbung der Witz am ganzen und scheint Wirkung zu haben... ;-)



Das bin ich mit Cowboy Johnny.
Das Wetter störte uns aber nicht mehr so sehr, da wir nur noch wieder (ca. 12h) nach Iowa fahren mussten... back on the road...






Ein wirklich wunderschöner Trip mit viel Spass!! Natürlich gibts Nachteile wie Hausaufgaben, Prüfungen, Präsentationen, Arbeiten,... die Zeit rast nur so, und es läuft so viel wie schon lange nicht, habe ich den Eindruck. Aber wahrscheinlich wird es mir jetzt einfach viel mehr bewusst, dass meine Iowa-Zeit langsam abläuft. Schade irgendwie.


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Gute Arbeit! :)